Nach einem kurzen Telefongespräch mit meinem Freund Günter war relativ schnell klar, dass er mich in Vietnam für 2 Wochen besuchen wird. Leider war es bei der Vereinbarung unseres Treffpunktes zu einem kleinen Missverständnis gekommen, was dazu führte, dass er ungefähr 2.000 km weiter nördlich von Saigon in Hanoi einflog – wo ich mich zu diesem Zeitpunkt gerade aufhielt. Mit Vietnam Airlines dauerte es für mich genau 2h 10 Minuten und ich war ebenso aus dem warmen Süden im kalten Norden angelangt. Die Wiedersehensfreude war groß, die Überraschung ebenso. 5 Grad Außentemperatur hatten wir uns beide nicht erwartet. Normalerweise liegen die Durchschnitts-Temperaturen im Februar so um die 20 Grad, ein unerwarteter Kälteeinbruch hatte zu der Abkühlung geführt. Weiter im Norden, in den Bergen sind in diesem Zeitraum durch heftigen Schneefall an die 8.000 Rinder verendet.

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Hanoi ist die Hauptstadt und der Regierungssitz von Vietnam und in etwa gleich groß wie Ho Chi Minh City. Das Zentrum, die Altstadt ist geprägt durch Gewirr von kleine Gassen, erbaut im Französisch-Kolonialen Stil. Wie überall in Vietnam prägt auch hier der Motorradverkehr das Straßenbild, wobei in dieser Enge ohne Gehsteige der Verkehr um einiges Bedrohlicher wirkt.

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Das mit dem Motorrad-Verkehr ist so eine Sache – obwohl von Außen betrachtet ein fürchterliches Chaos herrscht, habe ich eigentlich nur einmal eine leichtere Karambolage zwischen zwei Motorrädern gesehen, passiert ist dabei nichts. Einer der beiden Fahrer war Sturzbesoffen, man musste ihn zu zweit wieder auf das Motorrad heben, damit er weiterfahren konnte. Ich kann mir das offensichtliche funktionieren dieses Durcheinanders nur mit dem Vergleich der Choreografie eines Vogelschwarms vorstellen. Jeder fährt so, dass er seine unmittelbaren 2 oder 3 Nachbarn im Auge behält und auf diese reagiert, die restlichen Straßenteilnehmer interessieren einen nicht mehr. Ich war einige Monate in Indien mit dem Motorrad unterwegs, dort war es ebenso. Besonders angetan war ich von jener älteren Frau, die völlig unbeirrt zu Fuß mitten auf der Straße durch den Verkehr marschiert ist.

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Auf Grund der Wetterverhältnisse haben wir uns entschlossen, den Aufenthalt in Hanoi stark zu verkürzen, nur ein paar Sehenswürdigkeiten anzusehen und die geplante Bootstour in die berühmte Halong-Bucht abzublasen. Wir hatten beide keine Lust, uns auf einem Boot über Nacht den Arsch abzufrieren. Nach dem Besuch des Ho Chi Minh Mausoleums und einem ausgedehnten Bummel durch die Stadt ging’s mit dem Nachtzug in das 700 km weiter südlich gelegene Hue. Die Hoffnung war groß, dass dort das Wetter besser und wärmer sein würde.

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Hue ist die am Parfüm-Fluss gelegene, ehemalige Kaiser- und Hauptstadt Vietnams. Leider wurden unsere Hoffnungen auf besseres Wetter nicht erfüllt. Auch hier war es regnerisch und saukalt. Die Besichtigung des alten Kaiserpalastes war ein Erlebnis – vor allem weil diese Anlage weitestgehend im ursprünglichen Zustand erhalten und einen, bei weitem nicht so kitschig-pompösen Eindruck hinterlässt, wie manch anderer Vergleich in Süd-Ost Asien.

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Den Verkehrsüberlastungs-Supergau durften wir in einem der historischen Stadttore von Hue erleben, als sich gefühlt tausende von Motorrädern zur gleichen Zeit in beide Fahrtrichtungen durch dieses Nadelöhr zwängen wollten.

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Nachdem das Wetter weiterhin schlecht war und keine Besserung in Aussicht, nahmen wir den nächsten Flug nach Saigon, um mit der nächsten Gelegenheit über TET – das Vietnamesische Neujahr an die nahe gelegene Küste weiterzureisen. 35 Grad waren eine Wohltat, kilometerlange Sandstrände und das lauwarme Wasser der Südchinesischen machen aus einer anstrengenden Reise im Handumdrehen einen erholsamen Urlaub. Mui Ne heißt das Fischerdorf an der Küste, ungefähr 5 Autostunden von Ho Chi Minh City entfernt. Die Strände dort sind heiß begehrt, vor allem bei russischen Touristen. Obwohl es unzählige Hotels und Resorts gibt, mussten wir bedingt durch die Feiertage während unseres Aufenthaltes mehrere Male das Zimmer wechseln.

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Für einen Tag konnten wir uns jeder ein Motorrad ausleihen um etwas durch die Sanddünen und fruchtbaren Täler des Hinterlandes zu fahren. Es war ein toller Ausflug mit dem umgekehrten Problem. zum Norden. Durch die Temperaturen von 40 Grad + kamen wir mit dem Trinken nicht nach.

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Nachdem Günter die Heimreise angetreten war, konnte ich nochmals eine Woche bei meinen Kumpels in Saigon verbringen. Von dort war bereits mein Flug nach Singapur gebucht, wo ich mich mit meinem nächsten Besuch aus Österreich traf. Lg Heinz

1 Comment

  1. Angie Rudland Wood
    16. April 2016

    Hello, I am interested to see your journey unfold… although I cannot read journey your photographs are delightful.

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