Nachdem es in Tiflis noch länger geregnet hat, habe ich die Ausflüge mit der Reise nach Baku verbunden.

 

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Der Besuch des Stalin- Museums in seinem Geburtsort Gori war für mich keine Reise wert. Das Museum dürfte noch zu Zeiten der Sowjet-Regierung geschaffen worden sein, denn der Prunk-Bau und die Überdachung des Geburtshauses sind Zeugen des damaligen Personenkults. Die Damen die dieses Museum führen waren sehr nett, hinterließen aber den Eindruck als ob sie bereits zu Stalins Lebzeiten hier gewesen wären.

 

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Stalins Original-Arbeitsplatz aus dem Kreml…

 

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… gemeinsam mit Kumpel Lenin…

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… und sein Geburtshaus unter einem Baldachin aus Marmor.

 

Weitaus interessanter war die Fahrt Richtung Kazbegi, einem kleinen Ort am Fuße des Kazbeg gori, einem Berg mit 5033m Höhe direkt an der Grenze zu Russland inmitten des Kaukasus. Mit den Wegweisern verhält es sich so wie mit den Speisekarten, es scheint zwar jede Route hervorragend gekennzeichnet, nur lesen sollte man die Schilder halt können.Die Strecke führt entlang des Military Highways nach Norden direkt entlang der Grenze zu Süd-Ossetien, dem im Vorjahr von Russland annektierten Gebiet. Nicht einmal die Georgier selbst können dort rein. Einige Städte entlang dieser Straße sind auf georgischem Gebiet noch immer von den Russen besetzt. Dort kann man zwar vorbei- oder durchfahren, jedoch runter von der Straße darf man nicht.
Wenn man nicht lesen kann, dann passiert es halt meistens dort, wo man nicht soll. Und wenn man sich schon verfährt, sollte man in so einer Gegend keine Abkürzung suchen, die durch russisches Gebiet führen. Irgendwann war dann einmal Schluss – ich wurde zurückgeschickt und musste nochmals von vorne zu Suchen beginnen.
Der Weg nach Kazbegi war dann bald gefunden, die Straße sowohl wegen dem Ausblick als auch wegen des geringen Verkehrs ein Traum zum Fahren, den Pass vor Kazbegi konnte ich trotz Schnee und Eis noch bezwingen. Bei der Abfahrt musste ich dann leider aufgeben und umkehren. Ein Tunnel machte die Weiterfahrt unmöglich – ca. 300m lang, unbeleuchtet, bergab mit einer 180 Grad Kurve und sicher einem ½ m Eis bedeckt. Ich bin ein Drittel der Länge rein, habe dann umgedreht und bin wieder raus – dabei ist meine Kati drei mal ausgerutscht. Jedesmal 260 Kg wieder aufstellen ist Schwerarbeit, vor allem auf dem rutschigen Eis. Völlig ohne Sicht bei so glattem Untergrund hätte ich diese Kurve niemals geschafft.

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Der Pass war ja noch zu schaffen, aber….

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… bei diesem Tunnel war dann Schluss mit lustig, denn…

 

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… bei dem Eispanzer war keine Möglichkeit mehr, mit dem Motorrad durchzukommen.

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Der herrliche Ausblick vom Pass auf die schneebedeckten Berge des Kaukasus.

 

Bei der Weiterfahrt Richtung Azerbaidjan über eine Nebenstrecke durch die Berge wurde ich zuerst mit 80 Km Lehmpiste belohnt, die jeden Enduro-Fan mit der Zunge schnalzen lassen. Kurz vor Lagodekhi, dem Etappenziel musste ich meine Kati zu 4. Mal an diesem Tag aufheben. In einer engen Serpentine auf Asphalt zu schnell unterwegs und zu tief reingelegt – der linke Alukoffer ist total zerschunden, verhinderte aber schlimmeres für mein Bein.

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Der Rest meiner Anreise durch Azerbaidjan entlang der südlichen Ausläufer des Kaukasus verlief ohne weitere Probleme. Nach einem kurzen Stopp in Saki in um eine Kervanserai der Seidenstraße zu besuchen, bin ich dann wie geplant am 28.04. um 18:00 bin ich in Baku eingetroffen.

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