Murghab ist die groesste Siedlung im oestlichen Pamir. Die Menschen die hier leben bezeichnen ihre Hochebene die zwischen 3800m und 4500m liegt als Dach der Welt. Dementsprechend unwirtlich ist die Natur, es gibt kaum Gruenflaechen und nur karge Vegetation.Einzig Yaks, Schafe und Ziegen koennen hier ueberleben. Die umliegenden Gebirgszuege erheben sich auf 5000m bis 7500m, tagsueber erreichen die Temperaturen bei Schoenwetter bis zu 15 Grad, Nachts fallen sie regelmaeЯig auch im Sommer unter die Null-Grad Grenze. In den knapp zwei Wochen von Mitte bis Ende Juni, in denen ich mich in diesem Teil des Pamirs aufgehalten hatte, schneite es am Abend bis auf einen Tag taeglich.

 

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Die einzig asphaltierte Strasse in sehr schlechtem Zustand ist der Pamir Hiqhway, der ueber 750 km von Khorog nach Osh in Kirgistan fuehrt – in die Haupttaeler gibt es ein paar Schotterpisten oder einfach nur Fahrspuren – der Rest ist Off-Road. Man faehrt einfach soweit es geht – und wenns nicht mehr geht dreht man wieder um und versucht einen anderen Weg – es herrschen paradiesische Enduro-Bedingungen. Man kann so tagelang durch die unzaehligen Seitentaeler streifen, ohne auf Menschen zu treffen – einzig der limitierte Tankinhalt fuehrte mich immer wieder nach Murghab zurueck. In Murghab gibt es zwar keine Tankstelle, man kann aber in einigen Privathaeusern Benzin aus dem Kanister erstehen.

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Die Ebene von Alichur

Zwischendurch trifft man auf Kulturgueter, wie zum Beispiel die 12000 Jahre alten Felsmalereien von Shaty-Kar-Teshe im Kurtesiskei Tal.

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Wenn man hoch genug hinaus kommt und das Wetter stimmt, sieht man sogar auf die chinesischen Berge Muztag Ata mit 7546 m und den Kongur Chan mit 7719 m.

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Oder man trifft irgendwo auf ein verlassenes Jaegercamp, mit den ueberresten aus laengst vergangenen sowjetischen Zeiten.

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Hier habe ich die Hoerner eines Marco-Polo Schafes in der Hand – ich hoffe nicht, dass mir in der Zwischenzeit die Selben zu Hause aufgesetzt werden, gell Mausi….

Fuer ein paar Wanderungen ueber 5000 m habe ich mich mit Dennis, einem Belgier verabredet – gemeinsam konnten wir einige Berge und Paesse besteigen. Er hatte sich dafuer in Murghab einen Jeep mit Fahrer gemietet. Als Ausgangspunkt fuer die Besteigung des Belairek-Passes hatten wir uns bei einem Hirten in Kensiber auf ca. 4200 m einquartiert.

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Zum Essen gibt’s wie ueberall Milch und Brot, waehrend uns der Hauptraum fuer die uebernachtung ueberlassen wurde, schlief die Familie in einem Nebenraum gemeinsam mit einem toten Yak.

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… und auЯerdem gibt’s hier anscheinend auch Gremlins.

Shukur Ermek-Bay, der Hirte hatte uns erzaehlt, dass im heurigen Winter eines seiner Yaks von einem Schnee-Leoparden gerissen wurde. Diese Gegend ist die Heimat der aeusserst seltenen Raubtiere, ebenso wie die der Marco-Polo Schafe und der Ibex (Steinboecke). Die Wahrscheinlichkeit hier in der Alichur-Range auf welche zu treffen ist sehr hoch, und war einer der Hauptgruende diesen Berg zu besteigen. Die Marco-Polo Schafe sind bei europaeischen und amerikanischen Jaegern sehr begehrte Jagdtrophaeen, ein Abschuss kostet zwischen 25.000 und 45.000 USD.

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023Vom Grat des Passes aus sieht man auf den Zoer-Kul und die Wakhan-Range – beide liegen in Afghanistan.

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Marco-Polo Schaf haben wir keines gesehen, nur deren Spuren – trotzdem war die 8-stuendige Wanderung durch den Schnee traumhaft.

Zwischendurch gings immer wieder zurueck nach Murghab, um notwendiges einzukaufen und zwischendurch wieder einmal durchzuatmen.

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Am Bazar von Murghab

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Alex aus Paris, mit seiner BMW auf dem Weg nach Kathmandu…

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Die beiden russischen Begleiter fuer erfolgreiche Besteigungen und kalte Naechte wurden ins Team aufgenommen…

Weiter im Osten, an der chinesischen Grenze liegen einige Berge zu besteigen Um in dieses Gebiet ueber Rangkul hinaus fahren zu duerfen, benoetigt man eine Genehmigung des KGB (der Geheimdienst heisst in Tajikistan noch immer so) – die Muehe diese zu besorgen zahlt sich aber aus.

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In Rangkul kurz vor der chinesischen Grenze wird der Yak-Dung streng bewacht…

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Weiter oben in den Bergen sind wir in der Yurte von Talant – Bek untergekommen. Der Hirte lebt das ganze Jahr ueber in den Bergen mit seiner Familie und betreut Schafe und Yaks.

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Auch wenns von aussen nicht so aussieht, innen sind Yurten sehr geraeumig und wenn geheizt wird auch heimelig und warm. Wenns regnet oder der Schnee schmilzt, tropfts allerdings rein…

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Talant-Beks liebste Nebenbeschaeftigung ist wildern – deshalb gibt’s am Abend Marco-Polo Schaf mit Nudeln zu essen. Eigentlich bin ich Vegetarier, aber einen Bissen von dem seltenen Fleisch musste ich dann doch kosten…

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Hier ist ihm ein Wolf zu nahe gekommen, dem hat er kurzerhand das Fell ueber die Ohren gezogen…

Vom Aufstieg auf den 5200m hohen Chotastostuslar versprach ich mir einen herrlichen Ausblick auf die chinesischen Berge rund um den Muztag Ata. Huefthoher Schnee und scharfe Geroellkanten machten den Versuch extrem beschwerlich. Dennis musste 200m unter dem Gipfel wegen Atemnot w.o. geben – ich bin mit Talant-Bek weiter bis ungefaehr 20m unter den Gipfel. Ein ploetzlich aufkommender Schneesturm zwang uns nach einer Wartezeit von einer halben Stunde schlieЯlich kurz vor dem Ziel zur Umkehr.

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Wenn es in der Nacht geschneit hat und am Vormittag der Schnee schmilzt, ist mit dem Motorrad kaum durchzukommen. Das groeЯte Problem dabei sind nicht die schwierigen Bodenverhaeltnisse, sondern der Leistungsverlust von Kati. Durch den schlechten Benzin (80 Oktan) und den geringen Sauerstoffgehalt der Luft verliert sie geschaetzte 50% an Kraft. Bei den tiefen Bodenverhaeltnissen werden Steigungen in 4500m Seehoehe zum unberwindbaren Hindernis.

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Mit etwas Glueck kann man mit Murmeltieren um die Wette fahren – die kleinen Pelzknaeuel schaffen ueber Land bis zu 40 Km/h

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Wenn eine trockene Strasse vorhanden ist, handelt es sich dabei um eine perfekte Wellblech-Ruettelstrecke

 

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