Zwei Stunden dauerte es mit dem Taxi aus dem Zentrum Yangon’s um zum großen Busterminal am Stadtrand zu gelangen. Das Ziel hieß Bagan, in Richtung Norden des Landes, eine Ebene auf dem Weg nach Mandalay. Die Abfahrt erfolgte um 8 Uhr abends, der Bus war voll besetzt, gebucht hatte ich einen Luxus-Sleeper und erhalten einen einfachen Sitzplatz. Dementsprechend gerädert und grantig war ich nach einer schlaflosen Nacht, als wir gegen 5 Uhr morgens nach ungefähr 9 Stunden Fahrt noch vor Sonnenaufgang den Zielort erreichten.

Die historische Königsstadt Bagan liegt an den Ufern des Irrawady und ist mit einer Fläche von ca. 42 km² eine der größten archäologischen Stätten Süd-Ost-Asiens.

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Es handelt sich dabei um das größte Gebiet mit der höchsten Konzentration an buddhistischen Tempeln, Pagoden, Stupas und Ruinen weltweit. Geschätzte 13.000 !! Pagoden und Stupas wurden auf dieser Fläche zwischen dem 11. und 13. Jhdt. errichtet, wovon heute noch ungefähr 2.200 zu Besichtigen sind. Einige wenige dieser Tempel dürfen heute bestiegen werden, der Ausblick über die Ebene ist einzigartig und eröffnet die historische Dimension dieses Areals.

Noch im Dunkeln ging es mit dem Taxi zum Bulethi Tempel, um von dessen Spitze den Sonnenaufgang zu betrachten. Die Autos am Parkplatz und die Lichtkegel der Taschenlampen ließen schnell erahnen, dass ich nicht der Einzige sein werde, der sich auf einer der oberen Etagen des Tempels einfindet.

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Auf dem Tempel war ein ziemliches Gedränge, ein richtiges Raunen ging durch die Menge, als dann im Morgengrauen die ersten Ballone aufstiegen. Es ist ein sehr imposantes Schauspiel, die Ballone in geringer Höhe zwischen den Bauwerken inmitten von Nebelschwaden dahingleiten zu sehen. Zwischen 10 und 20 Ballone fahren täglich zum Sonnenaufgang für den Preis von ungefähr 350 USD pro Person über die Kultstätte. Sicherlich ein besonderes Vergnügen, die Vielzahl an Bauwerken von oben zu betrachten.

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Myanmar ist mit Ausnahme von Singapur eines der teuersten Länder in Süd-Ost-Asien. Die Region Bagan liegt nochmals in einer höheren Preisregion, deshalb war ich relativ überrascht für ein durchschnittliches Zimmer so an die 50 USD berappen zu müssen.

In meinem Hotel in New Bagan konnte ich mir einen Elektro-Roller ausleihen, mit dem ich mich dann für die nächsten zwei Tage auf Erkundung begab. Die Batterie des Rollers hielt ungefähr für 6 Stunden Fahrt. Nachdem ich aber länger unterwegs war, musste ich zwischenzeitlich zum Hotel zurückkehren, um den Energiespeicher tauschen zu lassen.

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Mit dem Eintritt in diese Region bezahlt man an einem Checkpost als Ausländer eine Gebühr von ungefähr 25 USD, damit kann man sich dann auf dem Gelände völlig frei bewegen. Einige der Pagoden und Stupas werden heute noch immer von Gläubigen aus der ganzen Welt besucht, um Buddha zu ehren. Andere sind wiederum nur mehr historischen Ausgrabungsstätten, dementsprechend geringer war der Andrang, dort konnte man eigentlich nur Touristen antreffen.

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Die Tagestemperaturen waren jenseits von 40°C und damit war es jedesmal eine Wohltat, wenn man in die angenehme Kühle der dicken Steinmauern der Pagoden abtauchen konnte. Am späteren Nachmittag und in den frühen Abendstunden, wenn sich die einzelnen Sehenswürdigkeit nach der großen Hitze des Tages füllten, sind die Ufer des Irrawady ein idealer Rückzugsort vor dem Trubel der Massen. Dort trifft man dann hauptsächlich auf Einheimische in ihrem Alltagsleben.

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Ich habe einige Berichte gelesen, in denen die Tempelanlagen von Bagan mit Angkor What in Kambodscha verglichen werden. Bagan ist schön und ich möchte meine Zeit dort nicht missen. Ich war in zwei Tagen ungefähr 16 Stunden unterwegs und hatte danach das Gefühl es reicht. In Angkor What konnte ich innerhalb von 3 Tagen ungefähr 36 Stunden auf „Entdeckungsreise“ genießen und hatte danach das Gefühl, ich brauche noch mindestens 3 Wochen mehr um all das zu sehen, was mich interessiert.

Für mich geht es weiter nördlich, nach Mandalay.

LG Heinz

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