Der Mekong ist einer der größten und längsten Flüsse der Welt und gilt als Lebensader Süd-Ost Asiens. Er durchfließt 6 Staaten – China, Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha,Vietnam – und ist sowohl als Transportweg als auch als Nahrungsquelle eine wichtige Ressource für die Menschen in seinem Einzugsgebiet.

Nachdem ich die Thailändisch-Laotische Grenze bei Chiang Khong überquert hatte, ging’s so schnell wie möglich zum Hafen von Huay Xai, um von dort mit dem nächsten Schiff Flussabwärts in Richtung Süden nach Luang Prabang zu fahren. Der Ausblick auf den Hafen war herrlich, aber als das Schiff und und all jene Menschen gesehen hatte, die ebenfalls mit hinauf wollten, war mir sofort klar, dass es sich für die nächsten 2 Tage um keine Luxus-Kreuzfahrt handeln wird.

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Ich war vor Jahren einmal über 12 Tage fast 6000 km den Amazonas entlang gefahren, dort war es irgendwie lässiger – man konnte seine Hängematte aufhängen, jeder hatte genug Platz und es hatte sich mehr nach Urlaub angefühlt – dieses Mekong-Schiff war leider heillos überfüllt – so als ob man in einem überfüllten Reisebus sitzen würde.

Trotzdem war es ein beeindruckendes Erlebnis, weil man auf dem Fluss einen kurzen Einblick in das tägliche Leben der entlegenen Völker bekommt, die hier entfernt der Zivilisation abseits von Straßen entlang des Stromes leben.

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Viele der Passagiere waren Einheimische, deshalb hielt das Boot regelmäßig an Landestellen, um Leute ein- und aussteigen zu lassen. Die Menschen leben hier aber nicht nur in Dörfern, sondern auch auf Hausbooten direkt am Fluss. Das war dann meist ein reges treiben, bis all das Gepäck unter den Augen der Schaulustigen am  Ufer verladen war.

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Das Schiff war in einem gemächlichen Tempo unterwegs – wir wurden regelmäßig von anderen Booten überholt – manchmal waren es nur schnellere, meistens aber richtig schnelle kleine Motorboote. Mit sehr hoher Geschwindigkeit fuhren sie an uns vorbei und machten anständig krach. Eigenartig ist die Vorschrift, dass die Bootsführer Sturzhelme tragen müssen, die Passagiere aber nicht.

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Flussabwärts des Mekong hatte sich der Fluss und die Landschaft ständig verändert. Es gab Passagen, da fuhr man über ruhiges Wasser, so als ob man auf einem See wäre. Kurze Zeit später kamen Stromschnellen und das Schiff begann zu schaukeln, als ob man in einem Kajak sitzen würde. Weiten, mit Regenwald bedeckte Landstrichen folgten karstige Schluchten.

Meinem englischen Sitznachbarn war nach ein paar Stunden aufgefallen, dass hier am Fluss keine Vögel zu sehen sind. Das ist etwas sehr untypisches – weil gerade Flusslandschaften ein hervorragendes Habitat für Vögel sind. Wir haben gemeinsam gerätselt was der Grund dafür sein könnte – unsere Erkenntnis war dann mehr im Spaß: sie landen wahrscheinlich in den Dörfern im Kochtopf.

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Der Hafen von Luang Prabang liegt ein paar Kilometer außerhalb der Stadt, die Fahrt in Zentrum dauert ungefähr 20 Minuten. Bis vor einigen Jahren war er noch direkt in der Stadt – aber offensichtlich hatten die TukTuk-Chauffeure zu wenig Geschäft damit gemacht, weshalb er aus dem Zentrum mitten ins Nirgendwo verlegt wurde. Es kommen nur ein paar Schiffe jeden Tag an, aber auf Grund der für Laotische Verhältnisse „geschmalzenen“ Preise, können jetzt die Fahrer ganz gut davon leben.

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LG Heinz

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