Vor kurzem hatte ich eine offizielle Einladung der Tourismusbehörde in Bhutan erhalten, was für mich den Start in Tashigang bedeutet hätte. Leider hat sich jetzt diese Option ebenso zerschlagen, wie der geplante Streifzug durch Arunachal Pradesh – der auf Grund der indischen Bürokratie nochmals 4-6 Wochen Wartezeit bedeutet hätte.

IMG_9640

Um das gesamte Projekt nicht zu gefährden habe ich jetzt kurzerhand den Start nach Gangtok/Sikkim verlegt. Die Anreise in die Hauptstadt dieses ehemaligen Königreichs zwischen Nepal und Bhutan ist seit Montag dem 2.4. im Gange und wird ca. 3 Tage in Anspruch nehmen. Wenn alles soweit gut geht, kann ich am Donnerstag oder Freitag dieser Woche mit dem Fussmarsch beginnen.

@Update vom 5.4.2012 – bin seit gestern Abend in Gangtok
——————–
Die Anreise von Graz nach Gangtok ist über einen Zwischenstopp in Dehli erfolgt und hat ziemlich genau 50h gedauert. Vom Flughafen Badgora (Siliguri) im Norden von Westbengalen gings mit dem Jeep Richtung Gangtok weiter.

1-_MG_9670

Diese Jeeps sind kostengünstige Sammeltaxis und fahren erst dann ab, wenn alle Plätze verkauft sind. Nachdem ich der erste war hieß es vorerst einmal auf Mitreisende zu warten – bei hoher Luftfeuchtigkeit und weit mehr als 30 Grad kein Honigschlecken wenn man gerade aus Österreich kommt. Gesellschaft stellt sich sofort ein, weil als einziger Europäer mit kahlem Kopf und stattlicher Leibesfülle ist man sofort von guten Freunden (Hello my friend…) und bettelnden Kinder umringt – zumindest solange man noch genug Kleingeld hat.

1-_MG_9654

1-_MG_9664

Die 5h Gerüttel auf 115km über extrem schlechte Strassen in einem mit 12 Mann grenzwertig übergelegten PKW riefen sofort Erinnerungen wach, warum ich bei meiner letzten Indien-Reise öffentliche Verkehrsmittel gemieden und mir als eine meiner ersten Aktivitäten ein Motorrad gekauft hatte. Lärm, Staub und Rauch, Überholmanöver an viel zu engen Stellen und dadurch verstopfte Straßen mit den darauffolgenden Hupkonzerten zehren auf Dauer an den Nerven. Die Hotelsuche bei Nacht mit 35kg Gepäck im verregneten Gangtok waren danach eine richtige Wohltat.

Leider hat es auch heute immer wieder in kurzen Güssen geschüttet und so wie es aussieht wird sich dieses unbeständige Wetter in den nächsten 7 Tagen kaum ändern.

1-_MG_9696

1-_MG_9761

1-_MG_9780

Den kurzen Besuch im Kloster Enchey hoch über der Stadt konnte ich gsd. ebenso im trockenen absolvieren, wie die Verlängerung meiner Aufenthaltsgenehmigung für Sikkim.

1-_MG_9733

1-_MG_9732

1-_MG_9741

Mehr Sorgen machen mir aber die kommenden Tage, weil in 10 Tagen möchte ich auf dem Gocha La – Pass mit freiem Blick auf den Kanchenjunga sein – also einer Seehöhe von mehr als 5000m. wenn es hier in Gangtok regnet so wird es natürlich in den Bergen schneien – ich musste bereits vor 5 Jahren kurz vor dem Gocha La wegen der Schneeverhätnisse umkehren, wäre wirklich schade wenn es auch diesmal wieder nicht möglich sein sollte.

Wie auch immer, ich kann mich schon relativ früh auf frostige Zeiten einstellen – eigentlich ein idealer Start in mein Vorhaben, sozusagen geleich einmal die Probe aufs Exempel, oder?

Morgen, am 6.4. geht’s in der Früh endlich zu Fuß los – zuerst einmal über Rumtek (einem bekannten buddhistischen Kloster) nach Yuksom und von dort dann in die höheren Berge. Geplant ist, dass ich in ca. 14 Tagen in Darjeeling bin und damit wieder auf eine funktionierende Internetverbindung zugreifen kann.
Ich freue mich auf jeden Kommentar – alles Gute!

 

 

Leave a Reply