Ungefähr eine Autostunde südlich vom Lake Tekapo befindet sich der Mt. Cook Nationalpark mit dem Mt. Cook Village. Der Mt. Cook oder Aoraki in der Landessprache der Maori ist mit 3724 m der höchste Berg Neuseelands und damit nur etwas niedriger als der österreichische Großglockner. Dieses Gebiet war immer ein Fixpunkt meiner Reise durch Neuseeland, also war ich sehr froh als wir hier eintrafen. Ich wollte so nah wie möglich und so hoch wie möglich an den Berg ran, an eine Besteigung selbst war aber nicht zu denken. Den Reiz, dieses gewisse etwas hatte der Berg schon ausgestrahlt, aber ich war weder logistisch vorbereitet, hatte keine passende Ausrüstung und meine körperliche Form mit dem angeschlagenen Bein war auch nicht die Beste. Das der Aoraki nicht so ohne ist, zeigt die lange Liste der tödlich verunglückten oder vermissten Personen: 238 Menschen sind beim Versuch ihn zu besteigen nicht mehr zurückgekommen, zwei Deutsche und ein Australier davon im Jahr 2015. Axel Naglich, der Kitzbühler Extremschifahrer, dem mit der Abfahrt vom Mt. St. Elias die längste Schiabfahrt gelungen war, hatte bereits 4x versucht vom Aoraki abzufahren und musste jedesmal aufgeben.

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Am ersten Tag hatten wir wie von der Vorhersage prognostiziert schlechtes Wetter. Bei der Annäherung konnte man nichts sehen, auf Grund des Gletschersees den Riesen im Hintergrund aber zumindest erahnen. Irgendwie kamen mir bei dieser Landschaft und diesen Bedingungen Erinnerungen aus meiner letzten Himalaya-Tour hoch.

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Auch für die folgenden Tage war Schlechtwetter vorhergesagt, um so überraschender war am nächsten Morgen der Blick um 5 Uhr morgens aus dem Fenster.

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Klarer Himmel und Sonnenschein – perfekte Bedingungen für einen Aufstieg in den Schnee. Wir hatten uns am Vortag bereits über die aktuelle Lage in den Bergen erkundigt. Laut der Nationalparkverwaltung war in den letzten Tagen einiges an Neuschnee gefallen, Steigeisen, Pickel und Gamaschen wurden uns für einen Aufstieg zu der nahe gelegenen Müller-Hut empfohlen. Nachdem dieses Equipment leicht vor Ort auszuleihen war, sollten wir bestens gerüstet aufsteigen können.

Am Abend in der Unterkunft hatte sich im losen Gespräch ergeben, dass sich noch ein Amerikaner und ein Franzose unserem Vorhaben für den nächsten Tag anschlossen. Das „Internationale Expeditions-Team“ war dann komplett, als sich unterwegs beim Aufstieg noch ein Bergsteiger aus Ungarn anschloss, der alleine losgezogen war.

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Der Aufstieg zur Müller-Hut war völlig harmlos, ein wenig anstrengend weil sehr Steil, aber der wunderschöne Ausblick bei herrlichem Wetter entschädigte die Strapazen bei weitem. Steigeisen und Pickel wären nicht notwendig gewesen.

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Die Gruppe war sehr flott unterwegs, deshalb war die Hütte in weniger als 3 Stunden erreicht. Dort ist man um diese Jahreszeit Selbstversorger, d.h. die Hütte ist nicht besetzt und man muss Verpflegung und Getränke selbst mitbringen.

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Nachdem das Wetter so herrlich war und wir relativ früh gestartet waren, bedeutete der Aufstieg auf einen kleineren Gipfel über der Hütte keine besondere Herausforderung mehr. Von diesem Gipfel hatte man dann wirklich einen wunderschönen Rundumblick über die Neuseeländischen Alpen.

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