Nach dem Treck im Abel Tasman Nationalpark zurück in Nelson angelangt, war mein linker Unterschenkel angeschwollen und schmerzte. Meine erste Befürchtung war eine Thrombose, aber die Ärzte im Krankenhaus von Nelson gaben diesbezüglich Entwarnung. Eine exakte Diagnose wollte  sie nicht stellen, ich bekam auf jeden Fall für die nächste Woche Antibiotika mit auf die Reise – an längere Wanderungen war mit diesem Bein für die kommenden Wochen nicht zu denken. Ich gehe davon aus, dass es sich um eine Gefäßentzündung handelte.

Da traf es sich gut, das ich in meinem Hostel in Nelson auf Carsten aus Deutschland traf – er besaß ein eigenes Auto und hatte für die nächsten Wochen eine ähnliche Tour in Richtung Süden geplant, wie ich es mir auch vorstellte. Er hatte ebenfalls ein einjähriges Work and Travel Visum, konzentrierte sich aber eher auf Travel und weniger auf Work. Also entschlossen wir uns, diese kommenden paar tausend Kilometer gemeinsam zu absolvieren.

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Ziemlich weit im Norden, ein paar Autostunden von Nelson entfernt kommt man bei Blenheim in das Weinbaugebiet von Neuseeland. Carsten kommt aus einem Weinbaugebiet in Deutschland, bei mir ist die Süd-Steiermark auch nicht weit entfernt, also war es nahe liegend als echte Kenner, bei einigen Weinbauern eine anständige Verkostung durchzuführen. Hier in Marlborough werden hauptsächlich Weißweine angebaut, wobei Chardonnay und Sauvignon-Blanc die bevorzugten Trauben sind. Vorweg möchte ich sagen, die Weine sind nicht schlecht, aber an die Qualität unserer Süd-Steirischen Weine reichen sie bei weitem nicht heran. Ausserdem gibt’s keine Brettl-Jaus’n.

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Auf dem Weg Richtung Süden nach Kaikora mussten wir die Ost-Küste dem Pazifik entlang. Landschaftlich war die Route wunderschön, leider hatten wir mit dem Wetter Pech, da es täglich regnete und die Temperaturen ziemlich niedrig waren.

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Besonders an diesem Abschnitt war, dass wir immer wieder an Seehund-Kolonien vorbeikamen, die direkt neben der Straße auf Felsen lagen. Die Tiere waren überhaupt nicht scheu und man konnte ziemlich nahe an sie herangehen.

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Etwas besonderes war eine Robben-Schule, etwas nördlich von Kaikora. Junge Seehunden gingen einen kleinen Fluss hinauf bis zu einem natürlichen Wasserbecken, das von einem Wasserfall gespeist wurde. Dort hatten sie ihre Kinderstube und konnten ungehindert von Räubern der rauen See wie Kleinkinder spielen. Ich wusste nicht, das es so etwas überhaupt gibt – es handelte sich wirklich um ein beeindruckendes Schauspiel.

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Diese Gegend an der Küste war von den Witterungsbedingungen ziemlich unwirtlich. Es wurde erst wieder besser, als wir ins Landesinnere in Richtung Lake Tekapo weiterfuhren. Es war zwar noch immer kalt, aber zumindest der Regen hatte ein Ende. Die Landschaft veränderte sich, es wurde gebirgig und die Flüsse aus den Bergen hatten eine seltene Türkise Farbe.

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Lake Tekapo liegt bereits an den Ausläufern der Neuseeländischen Alpen. Er ist einer jener Plätze auf der Erde, von dem man sagt dass die Milchstraße von hier am Besten zu sehen sei. Im gleichnamigen Ort waren alle Zimmer in den Hostels belegt, war für mich aber kein besonderes Problem, da ich ja mein Zelt mit hatte. Es war wie immer wunderschön zu Zelten, jedoch waren hier die Nachttemperaturen nahe am Gefrierpunkt.IMG_2381

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Für mich war einer der Höhepunkte an diesem Ort bei Nacht die Milchstraße zu fotografieren. Ich hatte sie zuvor noch nie mit freiem Auge gesehen und war deshalb sehr gespannt. Das Observatorium ist ab 17 Uhr Abends für den freien Zutritt gesperrt, man darf nur mehr in geführten Gruppen hinauf. Die Teilnahme kostete aber so knapp an die 100 Euro – ich finde das ist übertrieben, weshalb Carsten und ich uns einen dunklen Platz am See zur Sternenbeobachtung gewählt hatten. Ich konnte die Milchstraße wirklich mit freiem Auge sehen und auch auf ein paar Fotos ablichten.

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Liebe Grüße Heinz

 

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