In der Stadt Whanganui hatte ich nach den 3 Tagen auf dem Fluss ein für mich einmaliges Erlebnis – ich durfte mein erstes Erdbeben live miterleben. Ich war in meinem Zimmer als mein Bett zu wackeln begann, es dauerte einige Sekunden bis klar war, dass etwas nicht stimmte. Der Sprung aus dem Bett und zur Türe hinaus war dann mehr instinktive Reaktion als bewusste Handlung. Im Garten des Hostels kamen so nach und nach alle Gäste angelaufen und waren durchwegs aufgeregt. Nur der Besitzer der Unterkunft stand auf seinem Balkon und meinte, es gäbe keinen Grund zur Aufregung. Dieses Erdbeben sei nicht schlecht, aber er habe in diesem Jahr schon einige stärkere miterlebt. Im nachhinein erfuhren wir, es hatte die Stärke 5,7.

Wellington, an der Südspitze der Nordinsel gelegen, ist die Hauptstadt von Neuseeland. Von der Größe und als Wirtschaftsfaktor ist diese Stadt nicht mit Auckland zu vergleichen. Wellington gleicht mit ungefähr 190.000 Einwohnern eher einer verschlafenen Kleinstadt als dem politischen Zentrum von Neuseeland. Sie verdankt den Regierungssitz der Tatsache, dass sie geografisch ungefähr in der Mitte von Nord- und Südinsel liegt, es handelt sich dabei also um eine Kompromisslösung für die Bewohner beider Inseln.

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The Beehive – der Bienenkorb, das Parlament von Neuseeland

Ich hatte schon einiges über diese Stadt im Vorfeld erfahren und war darauf eingestellt, mehrere Tage mit Sightseeing dort zu verbringen. Die Enttäuschung war ziemlich groß, als ich bereits nach 4 Stunden alles gesehen hatte, was für mich sehenswert erschien. Ich konnte also früher als gedacht auf die Südinsel weiterfahren. Im Nachhinein betrachtet war es gar nicht schlecht so, weil diese Stadt trägt nicht umsonst den Beinamen „Windy City“ – der Wind pfeift einem den ganzen Tag fast in Orkanstärke um die Ohren – wenn man das nicht gewohnt ist, wird es mit der Zeit sehr unangenehm.

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Die Überfahrt von Wellington nach Picton, also auf die Südinsel war ein tolles Erlebnis. Natürlich gab es extreme Windstärken und die See war rau, aber trotzdem war die Vorfreude groß. Ich hatte zuvor schon so viele positive Erzählungen vom Süden gehört, weshalb ich es kaum erwarten konnte. Die riesige Autofähre war ziemlich voll, an Bord konnte man sich eigentlich nur im Freien aufhalten, weil auf Grund der widrigen Bedingungen sich die meisten Passagiere im Inneren aufhielten.

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In Picton, auf der Südinsel angekommen, ging’s vorerst einmal weiter in Richtung Westen nach Nelson. Und dort stand dann der nächste Great Walk am Programm.

Lg Heinz

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