20 Km in Richtung Osten waren es von Kerikeri, um an die Pazifik-Küste zu gelangen. Nach einem entspannten Waldstück kommt man auf Weideflächen, die direkt am Meer liegen, sozusagen mit eigenem Privatstrand für Schafe und Kühe und Ausblick auf den Pazifik.

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Das Durchwandern der Weiden ist normalerweise keine aufregende Angelegenheit – Schafe suchen das Weite und Bullen und Kühe schauen zwar neugierig,  lassen sich in der Regel nicht vom Grasen abhalten. Ausser, sie haben Kälber in der Gruppe, dann können sie nervös werden und auch in einem unbedarften Wandersburschen mit Rucksack echte Gefahr wittern. So geschehen etwas nördlich von Pahia. Vorausschauend war meine Route direkt entlang des Zaunes – nachdem sich drei Mutterkühe breitbeinig zwischen ihre Kälber und mich gestellt hatten, war es angeraten, vorsorglich alle Gurten des Rucksackes zu öffnen. Mit starrem Blick nach Vorne schön langsam weitergehen war leider nicht die richtige Lösung. Als die drei Damen in meine Richtung zu traben begannen, war Eile angesagt. Die Tiere besitzen hier in Neuseeland zwar keine Hörner, aber 300-400 Kg Lebendgewicht reichen allemal, um auch ohne ihre Spießwerkzeuge anständigen Schaden anzurichten. Rucksack über den Zaun hieven und sofort nachklettern hieß die Devise. Wahrscheinlich haben die drei Ladies eh nur geblufft, bei mir hatte der Bluff aber auf jeden Fall gewirkt. Beim überheben des Rucksackes war in der Aufregung mein rechter Zeigefinger zwischen Rucksack und Zaun geraten. Die Folge war der nächste Arztbesuch in Pahia.

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Sicherheitshalber blieb ich dann 2 Nächte in diesem Ort. Sollte sich eine Entzündung einstellen, wollte ich diese keinesfalls irgendwo selbst im Wald behandeln. Der Aufenthalt in Pahia eröffnet natürlich gewisse Annehmlichkeiten, die ich sonst im Wald natürlich nicht hätte – wenn sich das Leben von der angenehmen Seite zeigt, sollte man  es einfach gewähren lassen. Persönlich überraschend war natürlich, dass auch hier in Neuseeland ein gutes, echtes steirisches Gösser-Bier erhältlich ist.

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Solche Aufenthalte in touristisch voll aufgeschlossenen Orten haben schon ihren Reiz. Vergleichbar mit Lignano, liegt er im Zentrum der Bay of Bays. Dutzende vorgelagerte Inseln mit ihren Buchten bieten mit ihren Buchten ausreichend Spielraum für jegliche Art von Wassersport.

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Etwas ausserhalb von Pahia liegt Waitangi – ein geschichtsträchtiger Ort. An dieser Stelle wurde 1840 das „Treaty of Waitangi“ zwischen Maori und Europäern unterzeichnet und gleichzeitig damit der Staat Neuseeland gegründet. Neben dem Besuch dieser Stätte konnte man dort auch traditionellen Maori-Ritualen beiwohnen – wie z.B. der Begrüßungszeremonie und verschiedenen Tänzen. Die Begrüßung war schon recht furchteinflössend – wie muss es vor mehr als 200 Jahren den Europäern hier ergangen sein, denen damals mit dieser Zeremonie mehrere hundert Maori gegenüber gestanden sind. Ein richtiger Mann hat hier mindestens 120 Kg – was ich bisher gesehen habe, gibt’s ausschließlich nur richtige Männer.

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Aber natürlich besteht das Leben nicht nur aus Vergnügen – das hat schon meine Oma immer zu mir gesagt. Der nächste Forest ließ danach nicht lange auf sich warten. Hier hatte ich das Gefühl, als wäre ich überhaupt der Erste, der diesen Wald durchquert, weil Trail war keiner zu finden. Die Navigation nur mit Karte ist im dichten Unterholz nicht möglich, also hieß es improvisieren. Die einzige Konstante war ein Fluss, diesem im Wasser mehr als 3 Stunden zu Folgen die logische Konsequenz. Teilweise bis über die Hüfte im Wasser hält frisch – das übliche Dschungel-Extrem-Paket hatte ich natürlich auch wieder gebucht – auf allen vieren Krabbeln, ausrutschen & hinfallen und von oben bis unten durch Schlamm versauen.

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Auf Regen folgt in der Regel Sonnenschein – auf den Bush in diesem Fall sind es trockene Straßen, Buchten und Strände – genau diese Abfolge waren für die nächsten 300 Km Programm. Ein nie enden wollender Kreislauf. Entlang von asphaltierten Straßen zu marschieren war noch nie meine Spezialdisziplin. Abgesehen davon, dass es gefährlich ist, ist es natürlich an Langeweile nicht zu überbieten. Also Finger raus – irgend ein Kiwi nimmt einen immer bis zum nächsten Wald mit.

Der Norden von Auckland kann schon einiges – endlose, verlassene Strände, jeder für sich einzigartig lassen sogar so einen Strand-Muffel wie mich mit der Zunge schnalzen.

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Die Wanderungen entlang der Strände haben sind fern ab jeder Romantik – der Wind bläst, die Sonne knallt runter und wenn man die nächsten 20 Km weit blicken kann, rückt das Ziel in weite, unendliche Ferne. Spärlich sorgen ab und zu Fischer für ein wenig Abwechslung – die dann wie dieser hier mit Stolz ihren Fang (Red Snapper) präsentieren.

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Wie immer auf meinen Wanderungen werde ich von Lowa mit hervorragenden Schuhen versorgt – in Auckland war diesmal der ersten Schuh-Wechsel angesagt. Nachdem ich ein paar Tage auf das Paket mit den neuen Trekking-Schuhen warten musste, war das natürlich eine hervorragende Gelegenheit, in einer Sports-Bar das Viertelfinal-Spiel der All Blacks zur Rugby-WM anzusehen. Das Lokal war um 8 Uhr Früh heillos überfüllt – die Kiwis hatten ausreichend morgendlichen Bier-Durst. Die Stimmung war Sensationell. Nachdem das Spiel eindeutig gewonnen wurde, ging es für die meisten mit dem Feiern bis zum Abend weiter.

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20151018_094706Bis zum nächsten Mal – LG Heinz

 

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