Te Anau, der Ort am gleichnamige See im Fjordland Nationalpark ist der Ausgangspunkt für den Kepler Track – einem der Great Walks auf der Südinsel. Der Fjordland Nationalpark im Süd-Westen Neuseelands ist nicht nur der Größte des Landes sondern auch das regenreichste Gebiet auf Erden. Durchschnittlich 200 Tage im Jahr kann man hier mit Regen rechnen. Trotzdem, oder gerade deswegen gehört er zu den schönsten Landschaften, die Kiwi-Land zu bieten hat.

Der Kepler-Track verläuft über eine Länge von ungefähr 30 Km entlang eines Bergrückens und ist eigentlich ein 2-tägiger Rundweg. Nachdem sich der schönere Abschnitt dieser Wanderroute gerade im ersten Teil der Wanderung befindet, beschließen wir in einem Tag auf den höchsten Punkt, den Mt. Luxmore aufzusteigen und von dort am gleichen Tag wieder umzukehren. Dies entspricht ungefähr der gleichen Wegstrecke, als würden man den Rundweg gehen.

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Die erste Stunde direkt dem Seeufer entlang geht man durch typischen neuseeländischen Regenwald mit dichtem Farnbewuchs. Je höher man aber den Berg in Richtung Mt. Luxmore erklimmt, um so interessanter und spektakulärer wird der Wald.

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So, als ob man in eine Märchenlandschaft eintaucht, eröffnet sich ein dichter, mit Moosen und Flechten bewachsener Urwald zu einem einzigartigen Naturschauspiel. Ich hatte so etwas ähnliches erst einmal zuvor in meinem Leben gesehen – nämlich auf Feuerland, an der Südspitze Südamerikas. Auch dort herrscht ein ähnliches Klima und gestaltet dadurch eine ähnliche Vegetation.

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Wir sind nach einer kurzen Rast in der Luxmore-Hut bis kurz unter den Gipfel des Mt. Luxmore gekommen, aber Regen und dichter Nebel haben uns schlussendlich zur Umkehr gezwungen.

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Wir sind nach einer kurzen Rast in der Luxmore-Hut bis kurz unter den Gipfel des Mt. Luxmore gekommen, aber Regen und dichter Nebel haben uns schlussendlich zur Umkehr gezwungen.Ein weiterer, sehr interessanter Great Walk in dieser Gegend wäre der Milford Sound Track gewesen. Aber dieser ist leider auf ein Jahr im vor hinein ausgebucht – nachdem die Anzahl der Schlafplätze dort in den Hütten stark limitiert ist und keine Zeltplätze vorhanden sind, dürfen täglich nur an die 20 Personen den Milford Sound betreten.

Nördlich von Te Anau liegt Queenstown, die größte Freizeit- und Party Stadt in Neuseeland. In den Monaten Jänner/Februar landen hier täglich an die 60 Passagiermaschinen und bringen neue Freizeit- und Abenteuerlustige Touristen an. Bungee-jumping, Sky-diving, Downhill-Biking, Rafting, Canyoning, Trekking und Climbing und vieles mehr wird hier von vielzähligen lokalen Agenturen der breiten Touristenmasse angeboten.

Der berühmteste neuseeländische Burger-Laden befindet sich ebenfalls hier. Ferg-Burger sind offensichtlich weit über die Grenzen von Kiwi-Land bekannt – kein Wunder also, dass wir uns zuerst ungefähr 30 Minuten anstellen mussten, um überhaupt einen Burger bestellen zu können und dann weitere 30 Minuten warten zu dürfen, um ihn auch zu erhalten. Der Burger war nicht schlecht, aber nochmals würde ich mich nicht deswegen so lange anstellen.

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Wir haben unseren Aufenthalt in Queenstown so kurz wie möglich gehalten. Zum einen sind die Lebenshaltungskosten in Neuseeland deutlich höher als in Europa – in Queenstown wird dem nochmals 50% aufgeschlagen. Zum anderen halte ich so viele Touristen auf einen Fleck nicht aus. Und so attraktiv ist dieser Ort auch nicht, das wir deshalb dies alles in Kauf genommen hätten.

Eine schöne Tageswanderung gibt es dort auf den Ben Lomond, einem Berg direkt über dem See. Man kann direkt aus dem Ort losgehen. Es sind zwar ca. 1400 Höhenmeter zu bewältigen, aber Ausblick vom Gipfel über die angrenzenden Berge und den See ist wirklich einzigartig. Für den Aufstieg benötigt man unbedingt gute, winddichte Bekleidung, weil einem entlang des Grates orkanartige Böen um die Ohren pfeifen.

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Hier in Queenstown, etwas außerhalb der Stadt fand auch der erste kommerzielle Bungee-Jump statt. Während meiner gesamten Zeit in Neuseeland war ich am Überlegen, ob ich springen soll oder nicht. Eigentlich hatte sich in den letzten Wochen meine Meinung dahin entwickelt, dass ich nicht springen werde. Gerade an meinem Geburtstag sind wir zur Bungee-Station hinausgefahren und ich war wirklich intensiv am überlegen.

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Ich bin die Brücke auf und ab gegangen, habe mehrmals hinunter gesehen, hatte natürlich Zweifel aber irgendwann bin ich dann in das Büro hineingegangen um nachzufragen, wann die nächsten Sprünge möglich wären. Die Auskunft war, an diesem Tag wird leider nicht gesprungen, wegen des starken Windes. Ich weiß nicht, ob ich mich getraut hätte wenn es möglich gewesen wäre – jedenfalls war ich ziemlich froh, dass mir die Entscheidung abgenommen wurde.

Carsten war dann im Jänner nochmals in Queenstown und ist von der Brücke gesprungen.

 

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